Braucht die Demokratie neue Ideen

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Ralf Fücks, Martin Horn, Rahel Klein, Sebastian Reißig, Gesine Schwan, Meşale Tolu und Guido Wolf erzählen: über ihr politisches Coming-out, Rechtsruck und darüber, welche Hoffnung sie in die Demokratie setzen.
6 Fragen, viele Antworten.

Die deutsche Kurdin

Meşale Tolu absolviert zurzeit ein Volontariat bei der Schwäbischen Zeitung in ihrem Geburtsort Ulm. Als freie Journalistin berichtete sie von 2014 bis zu ihrer Verhaftung 2017 für einen Radiosender in Istanbul. Außerdem arbeitete die heute 35-Jährige als Übersetzerin für eine türkische Nachrichtenagentur. Unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ wurde sie, ebenso wie ihr Mann Suat Çorlu, im April 2017 inhaftiert. Nach acht Monaten kam sie frei.

Die Grande Dame

Gesine Schwan ist keine Berufspolitikerin, gehört dennoch der SPD an. Die Professorin ist Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, die Programme zur Förderung von Gemeinwohl und Demokratie entwickelt. Im Herbst 2019 bewarb sich die gebürtige Berlinerin gemeinsam mit Ralph Stegner um den SPD-Parteivorsitz. 2004 und 2009 kandidierte sie für das Amt der Bundespräsidentin.

Der Kommunalpolitiker

Martin Horn hat 2017 die Oberbürgermeisterwahl in Freiburg gewonnen. Der gebürtige Pfälzer war mit 33 Jahren der jüngste OB einer deutschen Großstadt. Martin Horn gehört keiner Partei an. Der Sohn eines Pfarrers verbrachte viel Zeit im Ausland und studierte Internationale Soziale Arbeit.

Die Journalistin

Rahel Klein berichtet regelmäßig für Deutschlandfunk Nova und phoenix vor allem bei Landtagsund Bundestagswahlen. Dann lädt die 29-Jährige zum Beispiel Politiker auf ein Bier in den Späti ein. Rahel Klein hat Politik und Soziologie studiert. Mit einem Stipendium der Heinz-Kühn-Stiftung recherchiert die Journalistin derzeit zum Nahost-Konflikt in Israel.

Der grüne Vordenker

Ralf Fücks war in den 1970er Jahren Mitglied des Kommunistischen Bunds Westdeutschland. 1982 trat er den Grünen bei. 21 Jahre lang lenkte Ralf Fücks die Geschicke der Heinrich-Böll-Stiftung. Mit seiner Frau, der Grünen-Politikerin Marieluise Beck, gründete der heute 68-Jährige 2018 das Zentrum Liberale Moderne in Berlin, das sich als parteiübergreifende Plattform für die Verteidigung und Erneuerung der liberalen Demokratie versteht.

Der Justizminister

Guido Wolf wuchs im oberschwäbischen Weingarten auf und studierte an der Universität Konstanz sowohl Rechtsals auch Verwaltungswissenschaft. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Ministerien, wurde dann Bürgermeister in Nürtingen und später Landrat in Tuttlingen. Von 2011 bis 2015 war er Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, seit 2016 ist er Baden-Württembergs Minister der Justiz und für Europa.

Der Aktionsgründer

Sebastian Reißig und seine Freunde diskutierten Ende der 1990er Jahre darüber, wie sehr Rechtsextremismus und Gewaltbereitschaft das eigene Leben einschränken. Mit einer kleinen engagierten Gruppe organisierte Reißig in Pirna einen runden Tisch, aus dem 1999 die Aktion Zivilcourage hervorging. Der Verein, dem Sebastian Reißig als Geschäftsführer vorsteht, ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und hat heute mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie sind Sie ein politischer Mensch geworden?

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Gibt es einen Wert, den Sie für das gesellschaftliche Zusammenleben besonders wichtig finden?

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Wurden Sie im Netz schon mal bedroht und was haben Sie gemacht?

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Ist der Ruck nach rechts demokratisch?

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Was wird für die Demokratie in Zukunft wichtig sein?

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